Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
 
die Ostertage stehen ins Haus, in dem wir – sofern uns irgend möglich – derzeit verharren sollen. Es ist für viele von uns gerade keine leichte Zeit, dieser so ganz andere Alltag, der von den einen schier alles fordert, die anderen aber beinahe komplett ausbremst. Den meisten von uns fehlt jetzt genau die tägliche Routine, über deren vermeintliche Eintönigkeit wir vielleicht sogar das eine oder andere Mal in der Vergangenheit geklagt haben.
 
In diesem Jahr werden wir also das Osterfest sehr viel anders begehen, als bislang. Wir dürfen und sollen natürlich fröhlich sein, die kleinen Geschenke suchen, die der Osterhase versteckt hat. Nur eben im ganz kleinen Kreis, ohne den traditionellen Kirchgang und ohne den persönlichen Ostersegen. Aber vielleicht nutzen wir dies als Gelegenheit, um uns gemeinsam darauf zu besinnen, was es mit diesem Fest eigentlich auf sich hat, das wir alljährlich zelebrieren.
 
Zu Ostern, dem älteste und das höchste Fest der Christenheit, feiern wir am Ostersonntag die Auferstehung von Jesus Christus. Dem geht unweigerlich der Karfreitag, ein stiller Feiertag, voraus, an dem wir dem Leiden und Sterben Jesu gedenken.
 
Wenn wir in diesen Tagen, unter den ganz besonderen Umständen, mitsamt aller Einschränkungen und Herausforderungen, selbst leiden, so können wir aus der biblischen Geschichte ein wenig Hoffnung schöpfen. Lernen, all dieses gegenwärtige Leid zu ertragen und darauf vertrauen, dass das, was kommen wird, gut sein mag.
Ich weiß, dass es für viele von uns derzeit nicht einfach ist. Es fehlt die Geselligkeit, das Miteinander, das unsere Stadt und unsere Menschen so besonders macht. Nicht immer ist es einfach, es mit sich selbst auszuhalten, das eigene Dasein so sehr zu reduzieren, wie es im Moment nötig ist. Aber ich sehe auch, mit wieviel Disziplin und Verantwortung wir agieren, wie wir in dieser Krise füreinander einstehen und dazu beitragen, sie gemeinsam zu bewältigen.
 
In diesem Zusammenhang möchte ich Sie auf das Projekt #wirhaltenzusammen aufmerksam machen. Auf den Seiten finden Sie unter anderem eine Vielzahl regionaler Händler und Dienstleister, darunter Selbstständige und Gewerbetreibende aus Haigerloch, die auch in diesen Tagen für Sie da sind. Menschen und Betriebe, die Ihnen helfen und denen vor allem auch Sie helfen können, wenn Sie sich für einen lokalen Anbieter anstelle von anonymen Internetgiganten entscheiden.
 
Herzlichen Dank für Ihren Mut und Ihre Disziplin, in diesen Zeiten die Verantwortung zu übernehmen, die nötig ist. Für sich selbst, vor allem aber auch für andere. Nur wenn weiterhin jeder einzelne von uns seinen Beitrag leistet, können wir diese Krise so gut und so schnell als möglich miteinander bewältigen. Und wenn jetzt, am Wochenende die Sonne lockt, dann denken Sie vielleicht an die Botschaft der Ostergeschichte, wenn Sie ihrem Ruf nicht wie gewohnt folgen können.
 
Ich wünsche Ihnen allen ein frohes und harmonisches Osterfest.
 
Bleiben Sie gesund
Ihr Bürgermeister
 
Unterschrift BM Götz
Dr. Heinrich Götz