Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
 
nach zwei Wochen Pause halten Sie heute wieder unser Mitteilungsblatt in Händen. Ich gebe zu, ich habe sehr  gehofft, dass während dieser Zeit wieder ein klein wenig mehr
Alltag und damit einhergehend Sicherheit in unser aller Leben zurückkehrt. Vermutlich haben auch Sie sich ein solch kleines Wunder gewünscht.

Doch noch immer steht unser aller Alltag ganz im Zeichen von Corona. Die veranlassten Maßnahmen und  Einschränkungen zeigen Wirkung und ich danke Ihnen sehr dafür, dass Sie diese so gewissenhaft und diszipliniert mittragen. Für eine Entwarnung ist es dennoch viel zu früh, denn die immense Komplexität des Virus zeigt sich von Tag zu Tag deutlicher. Weltweit forschen unzählige  Wissenschaftler mit Hochdruck und dem erklärten Ziel, der Pandemie so bald als irgend möglich Herr zu werden.

Längst gibt es aus vielerlei Quellen diverse Vorschläge für ein „lifting the lockdown“, die schrittweise Aufhebung der Einschränkungen, die Rückkehr in die Normalität. Es gibt dazu ermutigende Stimmen, denen wiederum warnende Stimmen entgegenstehen. Und allzu gerne würden wir nur und ausschließlich auf diejenigen hören, die uns auf ein baldiges Ende des momentanen Ausnahmezustands hoffen lassen.
So verständlich dieses Verlangen nach Normalität auch ist, so sehr die anhaltende Ungewissheit auch auf uns lastet
– psychisch wie ökonomisch – so entscheidend ist es gerade jetzt, keine vorschnellen Entscheidungen zu treffen und damit Rückschläge zu riskieren, die Menschenleben kosten.

Der Weg aus der gegenwärtigen Krise muss zuallererst  eines, nämlich sicher sein. Er erfordert Besonnenheit und er wird nicht immer für alle unbedingt bequem sein. Aufgrund der nach wie vor dynamischen Situation gilt es zudem, den  eingeschlagenen Weg und alle damit verbundenen  Maßnahmen kontinuierlich zu überprüfen sowie im  Bedarfsfall, anhand des jeweils aktuellen Wissens,  anzupassen.

Wir alle können und müssen in dieser Situation darauf vertrauen, dass all die bislang gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse, die Gutachten und die Argumente der Experten mit der erforderlichen Vernunft bewertet und sodann in sicheren Schritten umgesetzt
werden. Und das wird aller Wahrscheinlichkeit nach kein flotter Sprint, sondern ein durchaus anspruchsvoller Marathon sein werden.
Vielleicht kann es uns in diesen Tagen aber helfen, wenn wir uns bewusst machen, dass nicht nur wir hier bei uns im Ländle oder in Deutschland, sondern Milliarden Menschen auf der gesamten Welt mit dem Corona-Virus und seinen Auswirkungen konfrontiert sind. Wir sind also keinesfalls alleine mit dem Virus, dennoch aber im Vergleich zu vielen anderen Ländern in jeglicher Hinsicht – sei es in der medizinischen Versorgung oder bei der finanziellen Absicherung durch unsere Sozialsysteme und  wirtschaftlichen Hilfen – sehr viel besser aufgestellt.

Lassen Sie uns also gemeinsam weiter unseren Teil der Verantwortung tragen, die notwendigen Einschränkungen
ertragen und trotz aller physischen Distanz zusammen stehen.
Wir können und werden diese Krise, wenn auch nicht von jetzt auf gleich, miteinander meistern.

Bleiben Sie gesund und halten Sie durch!

Ihr Bürgermeister
 
Unterschrift BM Götz
Dr. Heinrich Götz