Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

seit dem letzten Wochenende hat sich unser aller Leben nochmals sehr verändert. Verändern müssen. Dieser dringend nötige Schritt – das Herunterfahren unseres Alltags, die damit einhergehenden Einschränkungen und Verzichte – wird uns ganz sicher noch Tage und Wochen begleiten. Denn wir alle sind „systemrelevant“. Jeder Einzelne von uns entscheidet mit seinem ureigenen Verhalten ganz maßgeblich darüber, wie und wann es weitergeht.

Die jüngst veranlassten Maßnahmen und Regeln sind zweifelsohne unbequem, sie treffen uns unmittelbar in unseren Komfortzonen. Es gilt jedoch schon längst nicht mehr Schaden zu vermeiden, es gilt schlichtweg ihn soweit noch irgend möglich zu begrenzen. Darum sind all die Einschränkungen, mit denen wir in den nächsten Wochen werden leben müssen, eines: unvermeidlich.

Die Zeit ist in jeglicher Hinsicht der ganz wesentliche Faktor. Einerseits rennt sie, was die Eindämmung der Infektionen betrifft, gnadenlos davon. Andererseits wird sie denen, die plötzlich so ungewohnt viel von ihr haben, fürchterlich lang werden. Bitte machen Sie sich auch und gerade jetzt bewusst: Wir sind, trotz aller Ängste und Sorgen um unsere Gesundheit wie auch unserer Existenz, in einer unglaublich privilegierten Lage. Wir alle haben ein Zuhause und ein Dach über dem Kopf, vor allem aber auch eine Vielzahl an Möglichkeiten, die wir nutzen können, um die Zeit der notwendigen physischen Distanz voneinander zu überstehen.

Bleiben Sie Zuhause und reduzieren Sie alle direkten Kontakte, die nicht unbedingt nötig sind. Versuchen Sie alle aushäusigen Erledigungen, seien es Einkäufe oder Arztbesuche, auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Fragen Sie bei Ihren älteren Nachbarn telefonisch nach, ob Sie für diese Einkäufe miterledigen können. Und wenn Sie selbst Hilfe bei der Versorgung brauchen, wenden Sie sich telefonisch an Ihren Ortsvorsteher oder an die Stadtverwaltung. Lassen Sie aber unbedingt Vorsicht walten bei Hilfsangeboten von Ihnen unbekannten Menschen und geben Sie niemals Giro- oder Kreditkartendaten oder PIN-Nummern heraus.

Wir alle sind gefordert, jetzt konsequent unseren Teil der Verantwortung zu tragen. Mir ist bewusst, dass das vielen nicht immer leichtfallen wird. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir alle, auch wenn vielleicht manchmal die Nerven blank liegen werden, letztlich so klug sind, dass wir diese große Herausforderung gemeinsam durchstehen. Und vielleicht können wir diese zwangsweise Entschleunigung sogar dazu nutzen, Kraft und Energie zu sammeln; für die Zeit, die nach dieser historischen Krise kommen wird.

Allen jenen Menschen, die sich jetzt in vorderster Front – als Rettungskräfte, Pflegekräfte oder Ärzte, aber auch im Handel – unweigerlich dem Virus mit all seinen Gefahren stellen müssen, gilt mein ausdrücklicher Dank und aufrichtiger Respekt. Sie alle gehen, vor allem in diesen Tagen, oft weit über ihre Belastungsgrenzen und leisten selbst trotz widriger Bedingungen schier unglaubliches.

Wir in der Stadtverwaltung haben derzeit ebenfalls reichlich zu tun – und ich versichere Ihnen, dass wir weiterhin alles uns nur irgend Mögliche tun, um für Sie da zu sein, wenn Sie uns und unsere Hilfe brauchen. Darum zögern Sie nicht, wenn Sie Unterstützung benötigen, sondern rufen Sie uns an oder schicken Sie uns eine E-Mail.

Bleiben Sie zuhause und bleiben Sie gesund!

Ihr Bürgermeister


Unterschrift BM Götz
Dr. Heinrich Götz