Wallfahrtskirche St. Anna

Wallfahrtskirche St. Anna








Der Haigerlocher Römerturm Römerturm






Ev_Kirche_kl Evangelische Kirche

 






Ansicht der Synagoge
Ehemalige Synagoge



 
 Haagschloessle_kl Haagschlössle

 





Jüdischer Friedhof Jüdischer Friedhof

 Blick auf Rathaus
 Rathaus


  Schloessle Schlössle 




Besucher im Atomkellermuseum Atomkeller-Museum





 



Marktplatz mit Brunnen St. Nepomuk-Brunnen


 

Schwanen_kl
Schwanen











 Grossbayer_kl Großbayerhaus 


 Unterstadtkirche_kl Unterstadtkirche



Schloßkirche
Schlosskirche








Schloß
Schloss









































Historischer Stadtrundgang in Haigerloch

1 Wallfahrtskirche St. Anna


Die Wallfahrtskirche St. Anna wurde 1753-1757 durch Fürst Joseph Friedrich von Hohenzollern-Sigmaringen errichtet und ist eine bekannte Barock-Rokoko-Kirche, erstellt vom Haigerlocher Baumeister Christian Großbayer unter Mitwirkung des jungen Bildhauers Johann Georg Weckenmann, den der Fürst nach Haigerloch geholt hatte, sowie dem Hofmaler Meinrad von Au aus Sigmaringen. Vor der Errichtung der jetzigen Wallfahrtskirche befand sich an dieser Stelle eine bereits urkundlich 1408 erwähnte Kapelle, deren Gnadenbild der heute in der Kirche befindlichen Mutter Anna Selbdritt-Gruppe nachempfunden ist.

2 Römerturm

(ab Montag, 24.08.2015 wegen Sanierungsarbeiten geschlossen)
-geöffnet von April - Oktober täglich 10:00 - 17.00 Uhr

Er wurde in früheren Urkunden "Oberer Turm" oder "Hoher Turm" genannt und wurde erbaut um 1150 als Bergfried der 1095 erstmals erwähnten Burg Haigerloch. Zum ersten Mal schriftlich erwähnt wurde er im Jahre 1375. Der Turm stammt also nicht aus der Römerzeit. Erst im 19. Jahrhundert stellte jemand fest, dass es sich um ein romanisches Bauwerk handelt, daher der Name "Römerturm". Früher trug der Turm einen Fachwerkaufsatz mit Krüppelwalmdach. Seine heutige Gestalt erhielt der Turm 1744 bis 1746 durch den Haigerlocher Baumeister Christian Großbayer anlässlich des Umbaus zum Glockenturm für die nur wenige Meter entfernt stehende Oberstadtkirche St. Ulrich, die leider 1839 völlig abgerissen wurde.

3 Evangelische Kirche


Erbaut wurde sie 1860 bis 1863 nach Plänen des königlich-preußischen Salineninspektors K. L. Raiffeisen, einem Bruder des Gründers der landwirtschaftlichen Genossenschaften. Mit Hilfe vieler Spenden wurde die evangelische Kirche in Haigerloch erstellt. Das Kirchengebäude ist dem neugotischen Stil, der damals gerade fertiggestellten Zollernburg angeglichen. 1952 -1953 erfüllte sich der Düsseldorfer Kunstmaler Friedrich Schüz, ein Bruder des damaligen Pfarrers Martin Schüz, in Haigerloch einen Lebenstraum. Nach jahrzehntelanger Beschäftigung mit Leonardos malerischem Hauptwerk, dem Abendmahl und dessen fortschreitendem Verfall, entschloss er sich zu einer Rekonstruktion in den Abmessungen des Originals, unterstützt durch den Tübinger Grafiker Gerhard Halbritter und den Gießener Kunstmaler Walter Kröll. So entstand die Nachschöpfung des Heiligen Abendmahls von Leonardo da Vinci im Altarraum der Kirche.

4 Ehemalige Synagoge


Im Jahre 1783 erhielt die jüdische Gemeinde Haigerloch die Erlaubnis, in dem ihr zugewiesenen Wohnviertel Haag eine Synagoge mit Räumen für den Gottesdienst, die Schule, Wohnung des Synagogendieners und für ein rituelles Bad zu errichten. In der Reichspogrom-Nacht 1938 wurde die Inneneinrichtung von Sulzer SA-Leuten vollständig zerstört. Nach dem Krieg verkaufte die jüdische Kultusgemeinde das ihr zurückgegebene Gebäude an einen Privatmann. Für die jüdische Gemeinde entwürdigt, diente es kurze Zeit als Kino, dann als Einkaufszentrum und schließlich als Lagerhalle. Heute beherbergt die ehemalige Synagoge ein Museum über die Geschichte der Juden in Hohenzollern.

5 Das Haag-Schlössle


Das "Schlössle" war lange Zeit das einzige Gebäude im Grünlandgebiet Haag. Es wurde 1296 von einem Berthold von Welelingen, einem "Diener" des Grafen Albrecht II von Hohenberg gebaut. 1612 kaufte es Graf Johann Christoph von Haigerloch. Für die Witwen des Grafen Christoph und seines Sohnes diente das Schlösschen als Alterssitz. Ein weiterer Hohenzollern-Fürst, Joseph Friedrich, ein großer Wohltäter Haigerlochs, verlegte seinen Wohnsitz nach dem Tode seiner ersten Frau von Sigmaringen ins Schlössle im Haag nach Haigerloch, wo er im Jahre 1769 schließlich auch starb. Das heute als "Schlössle" bezeichnete Gebäude wurde allerdings erst 1770 errichtet, nachdem das alte Gebäude abgebrannt war. 1815 wurde das Gebäude von der Herrschaft an die in ihm wohnenden Juden verkauft.

6 Jüdischer Friedhof


Am Eingang zum Stadtviertel Haag, dem ehemaligen jüdischen Viertel, liegt der jüdische Friedhof. Im Jahre 1802 erhielten die Juden die Erlaubnis, unterhalb des Haags einen neuen Begräbnisplatz anzulegen.

Eine von der Stadt Haigerloch angebrachte Gedenktafel am Eingang erinnert an die schrecklichen Ereignisse während des "Dritten Reiches".

7 Rathaus


Das heutige Rathaus wurde im Jahre 1870 nach Abbruch des alten Rathauses am Aufgang zum Steigle an seiner jetzigen Stelle erbaut. Lange Zeit diente es auch als Schulgebäude für die katholische, evangelische und jüdische Schule. Als das Rathausgebäude für die Schulen zu klein wurde, entstanden in den Jahren 1964 bis 1976 im Gebiet Witthau neue Schulgebäude für die verschiedenen Schularten. Seit 1979 befindet sich im Dachgeschoss die umfangreiche Stadtbücherei. Anstelle des früheren Schulhofes wurde im Jahre 1977 neben dem Rathaus das Haigerlocher Bürgerhaus fertiggestellt.

8 Schlössle


Urkundlich erstmals erwähnt wurde es im Jahre 1413. Als Bestandteil der Stadtbefestigung wurde es vermutlich 1378 vom damaligen Vogt von Oberhaigerloch Marquard von Bubenhofen errichtet. In der Nähe lag im 15. Jahrhundert auch das herrschaftliche Kornhaus, das bereits 1472 erwähnt wird. 1612 ging das Schlössle in Zollerischen Besitz über und wurde im Folgenden als herrschaftliches Brauhaus eingerichtet. Im 30-jährigen Krieg wurde es dann durch einen Brand zerstört und um 1670 schließlich in seiner heutigen Form wieder aufgebaut.

9 Atomkeller-Museum


Der Bierkeller des Schwanenwirts Otto Merz, der Anfang des Jahrhunderts im Zusammenhang mit einem Tunnelbau für die Hohenzollernsche Eisenbahn entstand, wurde 1944 vom damaligen Berliner Kaiser-Wilhelm-lnstitut für Physik angemietet. Die Physiker mussten aufgrund der Kriegseinwirkungen Berlin verlassen und führten unter der Gesamtleitung von Professor Werner Heisenberg in Haigerloch den letzten Versuch an einem deutschen Atommeiler während des 2. Weltkrieges durch. Am 23. April 1945 besetzten amerikanische Truppen den Keller und demontierten die gesamte Anlage. Verschiedene Nachbildungen, Modelle und Schautafeln geben heute einen Überblick über die damaligen Forschungen.

Weitere Informationen zum Atomkeller-Museum...

10 Marktplatz mit St. Nepomuk-Brunnen


Der Haigerlocher Baumeister Christian Großbayer schuf den St. Nepomuk-Brunnen im Jahre 1774. Die heutige St. Nepomuk Figur ist eine Nachbildung eines Werkes von Georg Weckenmann. Das Original befindet sich im Eingangsbereich zum Bürgerhaus in Haigerloch.

Der Brunnen stand früher mitten auf dem Marktplatz, wurde aber 1870 im Rahmen des Straßenneubaus an seinen heutigen Standort verlegt. Alle vier Jahre an der Fastnacht spielt sich das "Bräuteln", ein alter Hohenzollerischer Fastnachtsbrauch um den Marktplatzbrunnen ab.

11 Gasthaus Zum Schwanen


Das historische Gasthaus "Zum Schwanen" am Marktplatz stammt wahrscheinlich noch aus der Zeit vor Beginn des 30-jährigen Krieges. Das an der Fassade befindliche Relief mit dem Thema des Sündenfalls, möglicherweise noch aus der Erbauungszeit stammend, muss in Zusammenhang mit dem damaligen Name des Gasthauses "Ochsen" gesehen werden. Zum Gasthaus gehörten während dieser Zeit bereits eine eigene Bierbrauerei, die Branntweinbrennerei-Lizenz und entsprechende Nebengebäude wie Stallungen und Scheune. Von 1731 bis 1753 war Sebastian Epple Ochsenwirt, der das stark verschuldete Gasthaus seinem Schwiegersohn, dem berühmten Barockbildhauer Johann Georg Weckenmann übergab. Doch auch er konnte den Schuldenberg nicht abbauen und so verkaufte er 1790 den "Ochsen" an Christian Eger, wobei er mit dem Erlös von 1450 Gulden nicht einmal in der Lage war, die Schuldensumme abzudecken. 1833 erwarb Johann Harz das Gasthaus, das er bald darauf in "Schwanen" umbenannte - ein damals sehr populärer Wirtshausname. Nach mehreren Besitzerwechseln im Laufe der Zeit erstrahlt das Gasthaus nun nach aufwendigen Renovierungsarbeiten in altem Glanz und hat seine Pforten für Gäste aus nah und fern wieder geöffnet.

12 Großbayerhaus


Das um 1703 errichtete Großbayerhaus in der Unterstadt, das der große Baumeister des Spätbarock Christian Großbayer bewohnte und das im Laufe der Jahrhunderte immer wieder baulichen Veränderungen unterworfen war, wurde in den Jahren 1988 - 1990 originalgetreu renoviert. Die Giebelfresken, angeblich von Meinrad von Au gemalt, sind u.a. von Heiligendarstellungen wie der Madonna, dem Heiligen Josef und dem Heiligen Nikolaus dominiert. Im Innern des Gebäudes bestechen vor allem der spätbarocke Wandschrank, Holzvertäfelungen, Fachwerk und Stuckdecken.

13 Unterstadtkirche St. Nikolaus


Erbaut um 1520 ist die Unterstadtkirche das älteste noch stehende Gebäude der Unterstadt. 1340 zum ersten Mal urkundlich erwähnt wurde das Langhaus durch den jungen Christian Großbayer 1742 grundlegend verändert. 1834 wurde das Kircheninnere dem damaligen Zeitgeschmack entsprechend neugotisch ausgerichtet. Die Kassettendecke stammt von der letzten Renovierung 1957.

14 Schlosskirche

(ist seit 2014 wegen Renovierung geschlossen)

Die Haigerlocher Schlosskirche wurde um 1600 unter dem Fürstenpaar Christoph und Katharina von Hohenzollern erbaut. In der Stiftungsurkunde von 1613 wurde betont, dass durch "Ergießung des durchfließenden Wassers" die Unterstadt mit ihrer Kirche nicht mehr richtig versorgt werden könne. Der Bau sollte aber auch für die damals neu gegründete Linie des Hohenzollernhauses eine würdige Grablegung sichern. Als 150 Jahre später Fürst Joseph Friedrich von Hohenzollern seine Residenz nach Haigerloch verlegte, baute er die Schlosskirche im barocken Zeitgeschmack um. Die Ausmalung machte der damals junge Sigmaringer Kirchenmaler Meinrad von Au. Das Herz des Fürsten ist in der Gruft der Schlosskirche an der Seite des Erbauers Graf Christoph beigesetzt.

15 Schloss


Um das Jahr 1200 begannen die Grafen von Hohenberg, die damaligen Herren von Haigerloch, mit dem Bau einer neuen Burg an der Stelle des heutigen Schlosses. Nach mehreren Umbauten im Laufe der Zeit und einer wechselvollen Geschichte ließ Graf Christoph von Hohenzollern-Haigerloch von 1580 bis 1588 die mittelalterliche Burg in ein Renaissanceschloss umbauen. Die sich heute um den Schlosshof gruppierenden Gebäude, wie Zehntscheuer (Fruchtkasten), Hofkaplanei, Obervogtei mit Marstall, der sogenannte "Neue Bau", früher das Gerichtsgebäude, und das Wohngebäude der Schlossherren, stammen größtenteils noch aus dieser Zeit. Über dem äußeren Torbogen ist das Allianzwappen von Hohenzollern und Berg (springender Löwe) angebracht. Nach dem Krieg wurde das Schloss dann als Landwirtschafts- und Verwaltungsschule genutzt und war zunehmend dem Verfall preisgegeben. Im Jahre 1975 erwarb der ortsansässige Unternehmer Paul Eberhard Schwenk Schloß Haigerloch, das nun nach umfangreichen Renovierungs- und Sanierungsarbeiten wieder in alter Pracht erstrahlt. Als Zentrum für Kongress, Kreativität und Kommunikation mit Hotel und Restaurant, Läden und Galerien lädt es zum Verweilen und Genießen ein.